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Streitschlichtung

WAS ? Schlichtung von Konflikten

WO ? Sanitätsraum (EG Neubau)

WANN ? jede erste und zweite große Pause

WIE ?durch Schüler moderiertes Schlichtungsgespräch

 

„Dass man streitet ist normal – wichtig ist, wie man mit einem Streit umgeht.“

So lautet das Motto der Streitschlichtung an der Marienschule.

Wo Menschen zusammen kommen, da können Konflikte entstehen. Das gilt auch für die Schule. Streitigkeiten an sich sind nicht schlimm, sondern ganz normal. Schlimm wird es, wenn man nicht richtig mit einem Konflikt umgeht. Es entsteht Ärger, Frust und Angst – zumindest bei dem der sich unterlegen fühlt. Das Streitschlichterprogramm möchte einen Beitrag zur Verbesserung des Umgangs der Schüler untereinander (soziale Kompetenz) und somit des Schulklimas leisten. In der Streitschlichtung nehmen sich ausgebildete Schüler für die Probleme der Mitschüler Zeit. Die Streitschlichter verstehen sich als Moderatoren. Sie helfen den Streitparteien durch bestimmte Methoden, Strukturen und Kommunikationsformen selbst eine Lösung für das Problem zu finden. Wichtig dabei ist, dass eine Lösung gefunden wird, mit der beide Parteien zufrieden sein können, beide also als Gewinner hervorgehen und keiner als Verlierer.

Dies ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler,

  • die in einen Konflikt oder Streit verstrickt sind, den sie nicht alleine lösen können
  • die nicht auf eine Ausweitung des Konfliktes aus sind
  • die möglichst selbst, d.h. ohne Erwachsene / Lehrer eine Lösung finden wollen
  • die gerne mit ihrem Konfliktpartner wieder etwas gemeinsam anfangen wollen.

Die Umsetzung an der Marienschule

            Die Streitschlichtung an der Marienschule besteht aus vier Baustinen:

  1. Die Ausbildung der Streitschlichter
  2. Die Durchführung von Streitschlichtungen
  3. Werbung, Supervision, Information
  4. Unterrichtsübung “Anders Streiten”
1. Die Ausbildung der Streitschlichter

Schüler der 9. Jahrgangsstufe entscheiden sich freiwillig zur Ausbildung als Streitschlichter. Die Ausbildung erfolgt in einer wöchentlichen Zeitstunde über einen Zeitraum von 1 bis 1,5 Halbjahren. Wer sich für die Ausbildung entscheidet nimmt verbindlich an allen Terminen teil – oder scheidet bei mehrmaligen Fehlen aus.

Inhalte der Ausbildung sind:

Das Erlernen dieser Inhalte geschieht durch unterschiedliche Methoden und Sozialformen, die möglichst praktisch den Lerngegenstand verinnerlichen und einüben helfen. Hierzu zählen neben Gruppenarbeiten, v.a. die Durchführung von Rollenspielen (teilweise mit Videobeobachtung), Beobachtung und Bewertung von Rollenspielen, Gespräche nach dem Grundsatz “learning by doing” und Reflexion der eigenen Arbeit.

Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung, in der eine Streitschlichtung vollständig simuliert und anschließend bewertet wird.

2. Die Durchführung von Streitschlichtungen

Die ausgebildeten Streitschlichter haben die Möglichkeit in den praktischen Streitschlichterdienst einzutreten. Dazu übernehmen sie in 2er Teams eigenverantwortlich und selbstständig einen der fünf Wochendienste, in denen sie im Sanitätsraum in der 2. gr. Pause präsent sind und bei Bedarf Schlichtungen durchführen. So ist gewährleistet, dass das Angebot der Streitschlichtung an jedem Tag der Woche von Schülern wahrgenommen werden kann.

Ein Schlichtungsgespräch besteht aus folgenden Elementen:

    1. Begrüßung und Einleitung der Schlichtung
    2. Sachverhalt klären und (Streit-) Anteile finden
    3. Lösungen suchen und Verständigung finden
    4. schriftliche Vereinbarung formulieren

Um den Erfolg der Schlichtung zu überprüfen, wird ein weiterer Termin mit den Streitparteien vereinbart und ggf. neu geschlichtet.

Ziel ist, dass die beiden Streitenden (manchmal sind es auch mehr als zwei) miteinander reden und sich gegenseitig zuhören, um die Sichtweise des anderen kennen zu lernen. Meist gelingt es dann, sich in den anderen hineinzuversetzen. Das ist eine gute Grundlage gemeinsam über mögliche Lösungen des Konflikts nachzudenken. Die gefundenen Lösungen werden von den Konfliktpartnern in einer Art „Vertrag“ in einem Schlichtungsformular festgehalten, so dass nichts Wichtiges vergessen werden kann. Nur das wird in das Formular eingetragen, mit dem alle Beteiligten einverstanden sind. Deshalb gibt es nach der Streitschlichtung auch keinen Verlierer, im Gegenteil: Alle haben etwas gewonnen und sind Sieger.

Die Streitschlichter verstehen sich als Moderatoren. Sie diktieren keine Lösung, sie sind neutral, verurteilen und bestrafen nicht. Das Gehörte behalten sie für sich. Da die Streitschlichter selbst Schüler sind, können sie die Probleme der Konfliktparteien oft viel leichter verstehen, als dies ein Erwachsener kann. Wir trauen unseren Schülern diese selbstständige Art der Konfliktlösung zu, bleiben aber natürlich jederzeit bereit und ansprechbar für Schwierigkeiten, die nach wie vor von Erwachsenen begleitet werden müssen.

3. Werbung, Supervision, Information

Ohne Werbung und Information gäbe es keine Streitschichter und auch keine Schlichtungen. Daher helfen die Streitschichter kreativ mit, die Streitschlichtung unter den Mitschülern bekannt zu machen. Sie stellen die Streitschlichtung in den neuen Klassen der Jahrgangsstufe 5 vor, helfen am Tag der Offenen Tür bei der Präsentation, begleiten den Lehrer bei der Werbung neuer Auszubildender. Der Lehrer informiert zudem die Kollegen in Konferenzen.

Da die Schlichter ihren Dienst selbstständig versehen und nicht jeden Fall mit dem Ausbildungslehrer besprechen, findet in unregelmäßigen Abständen Supervision durch den Lehrer statt.

4. Unterrichtsübung “Anders Streiten”

Zur Einübung einer gewaltfreien Konfliktlösung und als Vorbereitung bzw. Hinweis auf das Angebot der Streitschlichtung wird in allen Klassen der Jahrgangsstufe 5 in einer Doppelstunde die Übung „Anders Streiten“ durch den Streitschlichtertrainer durchgeführt.

Grundintention:

Die Schüler und Schülerinnen sollen durch eine praktische Übung erkennen, dass eine sinnvolle Kommunikation der Schlüssel für eine Lösung von Konflikten darstellt, bei der beide Parteien als „Gewinner“ hervorgehen können.

Teilziele: Schülerinnen und Schüler sollen…

Jörg Lauterbach, Streitschlichtertrainer