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Kooperation Misereor

Seit dem 7.3.2018 ist die Marienschule Partnerschule des Bischöflichen Hilfswerks MISEREOR.

Mit der Partnerschaft möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven eröffnen, Bildung mit christlicher Konsequenz zu erfahren und für andere wirksam werden zu lassen.

Urkunde als pdf-Datei

Oh, happy day!

Benefizkonzert der „Living Voices“ und der Marienschule

Am Sonntag, dem 6. Oktober 2019, ist der Gospelchor „Living Voices“ zugunsten des Nigeria-Wasserprojektes des Bischöflichen Hilfswerks Misereor in der Krefelder Lutherkirche aufgetreten.

Die Schülerschaft der Marienschule hatte sich im Schuljahr 2018/19 mehrheitlich für das Misereorprojekt als Dauerförderungsprojekt ausgesprochen.

Manuela Frangen, Mitorganisatorin des Benefizkonzertes, begrüßte um 17:30 Uhr das Publikum im Namen der Living Voices mit einer Selbstbeschreibung des Gospelchores: „Rhythmus, Freude, Zuversicht und Liebe“ – dafür stehe ihr gemeinsames Singen.

Nach einem ersten gesanglichen Entrée mit verschiedenen Gospelsongs, die das Publikum von Beginn an begeisterten, schlossen sich Schulleiter Ralf Juntermanns und Andreas Lohmann, Leiter der Abteilung Partnerschaften und Spenderkontakte von Misereor, mit kurzen Grußworten an. Beide sprachen ihren herzlichen Dank dafür aus, dass an diesem Tag die Musik der „Living Voices“ und das Engagement der Marienschule den Menschen aus den Regionen Maiduguri und Yola im Nordosten Nigerias Hilfe auf dem Weg zu sauberem Wasser sein wird.

Andreas Lohmann betonte, wie viel starke Partner miteinander schaffen könnten, um Menschen aus dem globalen Süden ein besseres Leben zu ermöglichen.

Die Fortsetzung des Konzertes zeigte, dass Manuela Frangen nicht zu viel versprochen hatte: Die „Living Voices“ performten 90 Minuten lang mit großer Freude am Rhythmus, mitreißendem stimmlichen Chorsound und „unglaublicher Ausstrahlung“, wie Ralf Juntermanns gegen Ende des Konzertes noch einmal heraushob.

An diesem Abend wurde klar, dass das Vorhaben, den christlich inspirierten Gesang der GospelsängerInnen und den caritativen Einsatz der Marienschule zu verbinden, ideal zusammenpasste. Das sahen auch die ZuhörerInnen so, die in der gut besetzten Lutherkirche nicht nur den „Living Voices“ immer wieder lang anhaltend applaudierten, sondern auch den Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern der Marienschule, die sich zum Finale nicht nehmen ließen, beim Song „Oh, happy day!“ den Chor gesanglich zu verstärken.

Nach Abschluss des Konzertes bedankt sich die Marienschule bei allen Beteiligten und Spendern für den beachtlichen Betrag von 1500 Euro Reinerlös, der zugunsten des Misereor-Projektes „Nigeria – Mit sauberem Wasser gegen Hunger und Krankheit“ überwiesen werden kann.

Dr. Ansgar Hoff

Interview zum Benefizkonzert

Welle Niederrhein berichtete in einem Interview über das bevorstehende Benefizkonzert der Marienschule für Misereor.

Sie finden eine Aufzeichnung der Sendung unter dem Link kulturfabrik-Krefeld.de/radio
unter dem Punkt RheinZeit – Das Magazin für Krefeld und den Niederrhein: #BENEFIZ .

Misereor: Nigeria-Spendenprojekt

Am Dienstag, den 14.5. besuchte Johannes Schaaf, Länderreferent von Misereor aus Aachen, die Marienschule und berichtete für die Klassenstufen 7 bis EF über das von uns ausgewählte Nigeria-Spendenprojekt:

Das Projekt von Misereor soll für die Lebenssicherung in der Halbwüste sorgen. Dabei geht es um die Wasserversorgung, den Bodenschatz und die Wiederaufforstung im Nordosten Nigerias.
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Das Projekt konzentriert sich auf das ärmste Gebiet Nigerias. Der Norden des Landes ist muslimisch geprägt. Weil es dort viele Terroranschläge gibt, sind bisher fast 3 Mio. Menschen in die Nachbarländer geflohen.
In der Sahelzone gibt es in der Regenzeit genügend Wasser, jedoch ist die Wasserversorgung in der Trockenzeit problematisch.
Deshalb verhärten die Böden und der Regen kann nicht mehr versickern. Stattdessen fließt er in das nächste Flussbett und geht somit verloren. Die mangelnden Wasserversorgungsmöglichkeiten sorgen für viele Probleme. So gibt es beispielsweise eine hohe Kindersterblichkeit. Denn wegen des verschmutzten Wassers werden Infektionskrankheiten übertragen. Zeitweise ist jedes 3. bis 4. Kind gestorben, weil die Kinder keine Abwehrkräfte haben. Dazu trägt auch die unausgewogene Ernährung bei. Außerdem haben die Menschen kein Wissen darüber, was bei Infektionskrankheiten zu tun ist. Für das Wasserprogramm werden Brunnen, Zisternen, Wasserfilter und Stauweiher genutzt.
Doch die Initiative muss von der Dorfbevölkerung ausgehen. Wenn sie um Hilfe bittet, müssen zuerst Maßnahmen zur Erhöhung des Grundwasserspiegels ergriffen werden.
Dazu werden Steinbälle oder Mauern genutzt. Anschließend erfolgt der Brunnenbau, bei dem der Brunnen per Hand ausgegraben wird. Das durchschnittliche Einkommen eines Bewohners liegt bei 600 bis 700 Euro pro Jahr. Ein Brunnen kostet etwa 5000.- Euro.
Auch die Modernisierung der Landwirtschaft sowie die Wiederaufforstung sind wichtige Maßnahmen auf dem Weg zur Selbständigkeit des Landes.

Theresa Schulze (EF)

Ausstellung von 12 Acrylbildern von Schülerinnen in Aachen

Die Ausstellung beginnt am 27.02.19 in der Misereor-Geschäftsstelle Aachen, Mozartstr. 9, 52064 Aachen.

Gewählt! „Mit sauberem Wasser gegen Hunger und Krankheit“

Das zukünftige Misereor-Hilfsprojekt der Marienschule

Welches Hilfsprojekt wollen wir als Misereor-Partnerschule in den nächsten Jahren fördern? – Diese Frage stellte sich die Misereor-AG, die nach Abschluss der Kooperation mit dem Bischöflichen Hilfswerk der katholischen Kirche im Schuljahr 2018/19 gegründet wurde.

Die Antwort gaben vom 5. bis 13. Dezember in einer auf größtmögliche Beteiligung der gesamten Schülerschaft abzielenden Wahl 765 Schülerinnen und Schüler der Marienschule. Dabei konnten sie sich zwischen drei Spendenprojekten von Misereor in Indien, Brasilien und Nigeria entscheiden, die die Misereor-AG zuvor aus einer Vielzahl an Projekten vorausgewählt hatte und kursweise in Präsentationen dann vorstellte.

Durch sauberes Wasser werden Krankheiten vermieden. © Ehrler/MISEREOR

Die Wahl fiel mit 394 Stimmen mit deutlicher Mehrheit auf das Projekt „Nigeria: Mit sauberem Wasser gegen Hunger und Krankheit“. Für das Hilfsprojekt „Indien – Kinderarbeit wirksam bekämpfen“ votierten 107, für „Armut in Brasilien – Hilfe für Straßenkinder“ 264 Schülerinnen und Schüler.

Für die Zukunft bedeutet diese Wahl, dass das christliche Engagement der Marienschule im Sinne einer gerechteren Welt für Menschen in Nigeria dauerhaft erfahrbar wird.

 MISEREOR-AG

Misereor schreibt über das Hilfsprojekt:

„In Teilen des nigerianischen Bundesstaats Borno, dessen Hauptstadt Maiduguri ist, gibt es Hungersnöte als Folge der Besatzung durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram. Dort, wo die nigerianische Armee die Schreckensherrschaft von Boko Haram beenden konnte, leistet das Wasserprojekt der Diözese Maiduguri einen wichtigen Beitrag, dass sich die Menschen wieder ansiedeln und selbst ihre Nahrungsmittel anbauen können.

MISEREOR bittet Sie um Ihre Spende, damit die Menschen im halbtrockenen Nordosten Nigerias Brunnen, Zisternen und Staubecken bauen sowie eine umweltgerechte Landwirtschaft erlernen können.

Sauberes Wasser und ertragreicher Landbau stehen im Zentrum dieses Projekts. So werden Krankheiten vermieden, Hunger und Mangelernährung überwunden. Die Bevölkerung erlernt neue Methoden einer umweltgerechten Landwirtschaft.

Durch den Bau von größeren Stau- oder Regenauffangbecken können die Dorfgemeinschaften in den Regionen Yola und Maiduguri in der Trockenzeit ihre Felder bewässern. Hungern müssen sie jetzt nicht mehr. Teams der Diözesen Yola und Maiduguri erklären den Menschen, wie sie die landwirtschaftlichen Erträge steigern und den Boden vor Erosion schützen können.

Gegen Wassermangel und schlechte Wasserqualität

Wasser ist ein kostbares Gut im Nordosten Nigerias – vor allem in der langen Trockenzeit. Die Frauen laufen oft kilometerweit, um Wasser zu holen. Die Abholzung der Wälder hat eine starke Bodenerosion zur Folge, die Ackerflächen werden unfruchtbar. Zudem können die erodierten Böden kaum noch Regenwasser aufnehmen, sodass der Grundwasserspiegel stetig sinkt.

Das Projekt im Nordosten Nigerias stärkt die Gemeinschaft der Menschen. Das ist auch mit Blick auf den Terror der islamistischen Boko Haram wichtig. Denn Perspektivlosigkeit und Armut sind auch hier die Ursache dafür, dass radikale Gruppierungen Anhänger finden.

Sauberes Wasser verhindert gefährlichen Durchfall

Selbst ihr Trinkwasser müssen die Menschen oft aus verschmutzten Tümpeln und Wasserlöchern schöpfen. Das führt zu Durchfall, der bei geschwächten Kindern oft tödlich endet. Auch Typhus, Cholera und Hepatitis A sind eine ständige Bedrohung.

Ein lebenswichtiges Projekt

Das MISEREOR-Projekt in Nigeria zeigt, dass man sich auch in der Halbwüste ausreichend ernähren und sauberes Wasser zur Verfügung haben kann. Die Menschen dort sehen darin einen Segen, wie sie selbst immer wieder sagen.“

Quelle: https://www.misereor.de/spenden/spendenprojekte/nigeria-sauberes-wasser/

 

Kooperation mit Misereor

Alle wissen es: Millionen Menschen hungern, sind medizinisch unterversorgt, haben keinen Zugang zu Bildung oder auch nur zu sauberem Wasser. Aber Kindern und jungen Erwachsenen fällt diese Ungleichheit in der Welt besonders auf und viele möchten etwas dagegen tun. Diese Bereitschaft zum Engagement ist einer der größten Schätze, die Jugendliche mitbringen. Und diese war am Mittwoch mit Händen zu spüren. Seit Mittwoch hat die Marienschule einen weiteren Kooperationspartner: Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor.

„Wer hat schon mal vom Hilfswerk Misereor gehört?“,„Wer von Euch hat sich schonmal bei einer Spendenaktion beteiligt?“, „Wer glaubt, dass er die Welt verändern kann?“

Solche Fragen stellten Schüler des Vorbereitungsteams aus der 10. Klasse der Marienschule, für die am Mittwoch ein besonderer Tag begann.

Schüler der zehnten Klasse hatten einen Globus mit bunten Händen gestaltet, der mit Schlüsselbegriffen wie „Zukunft“, „Toleranz“ und „Fairer Handel“ geschmückt war. Er zierte den Chorraum der Dionysiuskirche, in der der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Pirmin Spiegel, mit dem katholischen Pfarrer Heinz Herpers und dem evangelischen Pfarrer Thomas Stockkamp sowie Schulseelsorgerin Lisa Vratz, Schülern und Lehrern Gottesdienst feierte. „Einige Puzzleteile fehlen“, hieß es aus der Vorbereitungsgruppe, „weil noch Platz ist für unsere Ideen.“

In ganz Krefeld sind die Plakate von Misereor zurzeit präsent. Misereor ist das Hilfswerk der Deutschen Bischöfe und setzt sich seit 60 Jahren mit schlanker Bürokratie und größter fachlicher Expertise für Menschen in Armut im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe ein.

Misereor-Chef Pirmin Spiegel ist Priester und Entwicklungshelfer, der lange in Brasilien unter den Armen gelebt hat.

„Ihr habt einen Globus mit bunten Händen gestaltet. Aber für viele Menschen läuft es nicht rund.“,

begann er seine Predigt. Die Erde sei mit vier Himmelsrichtungen erschaffen, Nord, Süd, Ost und West, aber in unseren Köpfen sei sie in vier Welten aufgeteilt, erste, zweite, dritte und vierte Welt. Nicht nur Nahrungsmittel seien ungleich verteilt. Letztes Jahr war bereits am 2. August Welterschöpfungstag, der Tag an dem rechnerisch die Ressourcen der Welt wie Holz, Pflanzen, Nahrungsmittel erschöpft seien – danach lebten die Menschheit auf Pump, d.h. sie verbrauchten mehr als jährlich generiert werden könne. „So wie wir leben, brauchen wir drei Erden“, analysierte Spiegel. Gott aber wolle, dass alle jetzt und in Zukunft genug hätten. Am Tisch der Menschheit – auch dafür stehe symbolisch der Altar im Zentrum der Kirche – sollen alle Platz nehmen können.

“Ich finde es wunderbar, dass die Marienschule bei diesem Projekt Partner sein will.“

Dabei geht es weder Misereor noch der Marienschule „nur“ darum, dass es uns gut geht und Menschen in der sogenannten Dritten Welt schlecht und wir einfach etwas abgeben sollen. „Auch unser Wohlstand hat seinen Preis“, betonte Pirmin Spiegel in seiner Rede beim Festakt: „Burnout, Streß, Mangel an Zeit“.

Das inszenierte der Literaturkurs Q1 von Kordula von Basum. Parallel lasen Schülerinnen den Tagesrückblick eines Mädchens, das in einer Fabrik täglich giftige Gase einatmend, Schmuck herstellen muss, um seine Familie vor dem Verhungern zu retten und den einer deutschen Altersgenossin, die über Schule bis vier Uhr und anschließende Hausaufgaben berichtet, über drückende Tennisschuhe und eine Mutter, die wieder vergessen hat, Vanielleeis zu kaufen. Als Zeichen für die Eine Welt spann ein Sportkurs von Maren Lauer ein Netz durch die gesamte Aula und inszenierte die bunten Hände aus dem Partnerschaftslogo im Tanz.

„Uns geht es darum, unser traditionelles Engagement zu verstetigen und von einzelnen Personen unabhängig zu machen“,

so Schulleiter Klaus Neuenhofer. „Die Verbindlichkeit ändert sich“.

Bürgermeisterin Karin Meincke würdigte mit persönlichen Erinnerungen die Kooperation. Sie erinnerte sich an die bunten Häuschen von Misereor, die man in den 60er Jahre selbst baute, um in der Fastenzeit darin Geld zu sammeln, das man dann in der Schule oder beim Gottesdienst abgab. Den Schülerinnen und Schülern gab sie auf den Weg:

„Sammeln Sie Erfahrungen im Ausland. Wenn Sie sich irgendwo sozial engagieren, werden Sie immer mehr bekommen als Sie geben können. Wenn Frieden gestiftet werden kann, dann nur wenn Menschen sich kennen. Mit dem Vertrag, den Sie heute schließen, machen Sie den Schritt in die richtige Richtung, in Richtung Frieden.“

Die Schülersprecher Julian Stiller und Charlotte Dinsdale nahmen stellvertretend für die Schulgemeinschaft die Partnerschulplakette in Empfang, die bald am Eingang für jedermann sichtbar sein wird. Auch sie haben sich bereits Gedanken gemacht, wie man eine solche Kooperation aktiv gestalten kann, z.B. bei Projekttagen.

„Wir lernen gemeinsam für die Welt von morgen“.

Der Vertragsschließung vorausgegangen war ein fast anderthalbjähriger Prozess, in dem Kollegen und Schulleitung das Für und Wider einer solchen Kooperation abwogen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Gespräch mit Misereor sondierten. Am Ende stand der eigens formulierte Kooperationsvertrag.

„Wir haben uns gefragt, wie wir unser soziales Engagement in der Bildungsarbeit verankern können“,

sagt Ansgar Hoff, der vonseiten der Marienschule die Kooperation initiiert hat. Herausgekommen ist eine echte win-win-Situation: Misereor stellt der Marienschule die Materialien zur Verfügung, die das katholische Gymnasium braucht, um in den Unterricht zu bringen, was Themen in der Einen Welt sind. Misereor regt die Schule an: Material in gedruckter und digitaler Foem, neue Themen für Facharbeiten, Gäste aus aller Welt besuchen Aachen und können auch nach Krefeld kommen. In 92 Ländern ist Misereor aktiv. Auch Schüler können über Misereor nach dem Abitur erste Erfahrungen in Entwicklungsländern sammeln und für einige Zeit in Projekten dort mitarbeiten. „Man kriegt die Struktur von Misereor schon mit“, sagt Ansgar Hoff, „da steckt Welterfahrung drin, die wir überhaupt nicht haben.“

Andererseits verpflichtet sich die Marienschule, Themen der Einen Welt in die Fachcurricula zu integrieren. Dazu gab es am Mittwoch auch einen Austausch der Fachvorsitzenden mit Misereorvertretern, u.a. Petra Gaidetzka von Misereor Aachen. die die Schulen bei dieser Arbeit unterstützt.

„Man merkt, dass sich die Schüler an ihrer Schule schon mit dem Thema beschäftigt haben“,

so Gaidetzka. Die Marienschule ist die sechzehnte Schule deutschlandweit, mit der Misereor in Deutschland kooperiert.

Und so betrifft die Eine Welt mehr Fächer als man denkt: Geschichte, Erdkunde, Religion – klar. Aber auch die Naturwissenschaften: Warum nicht in Physik über Brunnenbau sprechen? Schulleiter Klaus Neuenhofer, selbst auch Mathematiker, hat eine andere Idee: „In Entwicklungsländern sind die Ingenieure auf einfache Methoden angewiesen, z.B. die Kordelmethode, 12 Knoten in eine Kordel zur Landvermessung. Das kann ich gut in Mathematik machen.“

In Englisch ist „Globalization“ Thema.

„Ich lass die Schüler im 2-minutes talk Misereorprojekte auf Englisch vorstellen“,

sagt eine Englischlehrerin. Dass sich Englischlernen lohnt und direkt anwenden lässt, haben die Schüler bereits in der vergangenen Woche erfahren, als ein Misereorgast bereits in der Marienschule über Wasserprojekte berichtete, nämlich Pater Frederick D’Souza, Geschäftsführer der Caritas Indien. Nach einiger Zeit ließ man die Übersetzungen sein und Schüler der Oberstufe und Pater D’Souza sprachen auf Englisch frei über die Wege, wie die Menschen in Indien, vornehmlich Frauen, mit der Unterstützung von Misereor dafür sorgen, dass sie sauberes Wasser bekommen.

„Über Bildung soll Empathie erreicht werden“,

so Hoff. Man lerne z.B. in Erdkunde etwas über Städtebau oder Landwirtschaft in Lateinamerika und ziehe dann die Konsequenzen daraus – auch mit der Frage, was wir als Christen tun oder zu tun haben. Ziel sei es, Probleme der Einen Welt und Ideen, wie sie zu lösen seien in den Unterricht zu integrieren. „Das geht über ad-hoc-Aktionen hinaus“, so Hoff. Und es stifte Identität für Schule und Schüler.

Die Schule in Ursulinentradition ist als Förderin sozialen Engagements ihrer Schülerinnen und Schüler bekannt. Das Gymnasium ist Träger des Krefelder Schulpreises, zahlreiche Schülerinnen sind vom Zonta Club ausgezeichnet worden, der Martinszug geht jedes Jahr durch das St. Pauly-Stift, so dass Schülerinnen und Schüler lernen, dass man Zeit und Freude teilen kann. Seit 1986 besteht eine Partnerschaft über SAM-Peru (SAM steht für „Soziale Aktion Marienschule“), in der – angeregt durch eine ehemalige Schülerin – ein Kindergarten in einem Elendsviertel Limas unterstützt wird. Die Klassen backen reihum Kuchen und geben ihn mittwochs in der Pause in den Verkauf. Das ergibt im Monat 200.- Euro für den von Ursulinen getragenen Kindergarten in Peru.

Als die Frage nach Erfahrungen mit Spendensammlungen im Gottesdienst gestellt wurde, stand jeweils ein großer Teil der Anwesenden bejahend auf. Das traditionelle soziale Engagement der Marienschule ist mit der Misereorpartnerschaft um einen großen Baustein erweitert worden.