Dezember 2025
Montag 22. Dezember – Dienstag 6. Januar
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Geboren 1932 in Brühl, Studium und Referendariat für den Schuldienst in den Fächern Griechisch, Lateinisch und Sport in Köln fand er seinen Weg 1974 an das Gymnasium für Mädchen, die Marienschule in Krefeld. Seine umfassende Bildung und Belesenheit war dabei nicht einziges Kriterium für die neue Stelle in Krefeld. Damals wurde die Besetzung der Schulleiterstelle noch unter Mitwirkung des Kollegiums entschieden, und es verwundert auch im Rückblick nicht, dass die Wahl auf ihn fiel mit der ausschlaggebenden Begründung: Er besaß Humor. Neben einer klar ausgeprägten Einstellung zu dem, was die in Ordensträgerschaft der Ursulinen vom Calvarienberg mit ihrer christlichen Ausrichtung vorgab, war seine Arbeit bestimmt von dem Festhalten an Prinzipien, deren Bestimmung im Wohl aller ihm anvertrauten Menschen lag. Für ihn gab es keine Unterschiede zwischen Menschen, wenn es Probleme zu lösen galt.
Als die Marienschule in ihrer Eigenschaft als Schule in privater Trägerschaft existentielle Bedrohung zu spüren bekam, ging er mit auf die Straßen, um seinen Unmut über das geplante Ersatzschulfinanzgesetz demokratisch auszudrücken. Dem „Schülerberg“ der siebziger Jahre folgte ein tiefes und breites Tal, das die Gedanken einer Neuausrichtung der Marienschule erforderlich machte. War die ursprüngliche Ausrichtung der Schule durch die Ordensgründerin Angela von Merici der Mädchenerziehung gewidmet, so galt es nun zu überlegen, wie diese auch mit Aufnahme von Schülern ihre Wertsetzung erhalten konnte.
Nach zähem Ringen über Monate und Jahre, schließlich war dieser Schritt nicht umkehrbar, wurden ab dem Schuljahr 1989/90 an der Marienschule auch Jungen unterrichtet, neben der Beibehaltung einer reinen Mädchenklasse auf Elternwunsch. Gemeinsam mit dem Kollegium entwickelte Hans Bungarten den für Krefelder Schulen damals noch ungebräuchlichen „Tag der offenen Tür“ unter der Bezeichnung „Informationstag“, um Eltern von Grundschulkindern eine Entscheidungshilfe bei der Wahl einer weiterführenden Schule zu geben.
In seiner Arbeit als Schulleiter war immer auch der Vater von fünf Kindern zu erkennen, dem Familie und vor allem die Kinder stets wichtig und schützenswert waren. Seine humanistische Bildung und sein tiefwurzelnder christlicher Glaube waren die flankierenden Stützpfeiler seines Denkens und Handelns.
Die Marienschule leitete er 21 Jahre, bis 1995, er starb am 20. Februar 2026 im Alter von 93 Jahren.
Aus dem Familienkreis wurde die verbriefte Geschichte überliefert, dass er als Sportstudent auch aktiven Kontakt zum Boxsport bekommen hatte, dem er aber nicht die Treue halten konnte, denn eines vertrug sich überhaupt nicht mit seinem Menschenbild: einem anderen Menschen ins Gesicht zu schlagen. Dieses gelebte Menschenbild macht ihn für alle, die ihn kannten, unvergessen.
W.L.